11.11.19

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„Wieder mehr wie Marco Polo werden“

Unternehmensgründung „Etablierte treffen Junge Innovative“: Unter diesem Motto tauschten sich im Campus Schwarzwald etablierte Unternehmer und Vertreter der wachsenden Start-up-Szene aus. Quelle: Monika Schwarz, Nackar Chronik

Die Zahl der etablierten Unternehmensvertreter hätte noch ein wenig hätte noch ein wenig größer sein dürfen, doch die Nachfrage bei den „Jungen Innovativen“ der Start-up Szene war dafür erfreulich groß, so dass gar nicht alle Interessenten teilnehmen konnten.

Neue Kommunikationsplattform Insgesamt zogen die Beteiligten ein positives Fazit angesichts der Resonanz auf dieses neue Veranstaltungsformat, das die IHK Nordschwarzwald gemeinsam mit der regionalen Wirtschaftsfördergesellschaft unter dem Namen „Startup-Ökosystem Nordschwarzwald“ als neue Kommunikationsplattform entwickelt hat. Campus-Geschäftsführer Stefan Bogenrieder nutzte als Gastgeber die Gelegenheit, den Campus und die Idee dahinter in wenigen Sätzen vorzustellen. Die Vision hinter der Idee des „Startup-Ökosystem Nordschwarzwald“ sei es, auf dem Nährboden dieses Zusammenschlusses die interessantesten Geschäftsideen Baden-Württembergs zu entwickeln und weiterzuführen, betonte Stefan Hammes von der IHK Nordschwarzwald. Und dies eben gerade nicht in den Großstädten Karlsruhe und Stuttgart, sondern im Nordschwarzwald. Jetzt arbeite man daran, das Thema noch breiter in die Öffentlichkeit zu tragen. Der Campus als Veranstaltungsort – und das noch vor der offiziellen Eröffnung – sei dafür hilfreich. Im Rahmen der Veranstaltung werde die Basis für die Zusammenarbeit der etablierten Unternehmen und der Startups gelegt. Was können diese beiden so unterschiedlichen Unternehmenstypen – routiniert, hierarchisch und bürokratisch die einen, experimentierfreudig, modern und pragmatisch die anderen – eigentlich voneinander lernen? Und wie kann daraus etwas Gewinn bringendes für beide Seiten entstehen? Diesen Fragen untter anderem widmete sich Nikolai Heinzelmann von der Hochschule Konstanz. „Die digitale Transformation meistern mit eingebettetem Unternehmertum“ lautete der Titel seiner Präsentation. Besonders die Start-up Szene sei zunehmend mit digitalen Lösungen am Start, so Heinzelmann. Aus dem täglichen Leben seien digitale Lösungen auch gar nicht mehr weg zu denken. Auswirkungen habe dies sowohl auf das gesellschaftliche Leben als auch auf künftige Geschäftsmodelle. Innovationszyklen verkürzten sich –obwohl sich am konsumierten Produkt im Grunde gar nichts ändere. Gewagt und am Ende profitiert Sein abschließender Rat, besonders auch an die Etablierten im Raum: „Wir sollten alle wieder ein wenig mehr wie Marco Polo werden.“ Der habe nicht gewusst, was auf ihn zukomme und er habe trotzdem gewagt und am Ende profitiert. „Gehen Sie deshalb als Unternehmen auf Start-ups zu.“ Die Sinnhaftigkeit solcher Kooperationen bekräftigte auch Ruben Maier vom Steinbeis-Forschungszentrum für Simulation – einer der Akteure des „Startup Ökosystem Nordschwarzwald“.

Das Forschungszentrum berät unter anderem im Bereich des Aufbaus technologieorientierter Start-up-Unternehmen. 96 Prozent der Firmen, die eine Kooperation mit einem Start-up Unternehmen eingegangen sind, würden das wieder tun, betonte Maier mit Verweis auf durchgeführte Studien. 70 Prozent kleinerer Unternehmen hätten Interesse an einer solchen Kooperation, nur 38 Prozent gingen sie aber ein. Fehlende Kapazitäten würden als Begründung angeführt. Helfen könne hier die Einbindung einer Forschungseinrichtung, die nicht nur die Organisation übernimmt, sondern zudem vom Bund subventioniert werde. Außerdem bekomme man als Unternehmen in dem Fall einen Projektzuschuss von rund 150 000 Euro. Kein Start-up werde es schaffen, dem Unternehmen bei einem einzigen Projekt einen Schaden in dieser Größenordnung zuzufügen, weshalb nichts gegen eine solche Kooperation spreche. Nicolas Baltsios von der Firma Binando aus Stuttgart berichtete als Start-up Unternehmer von seinen bisher insgesamt positiven Erfahrungen mit einer bereits eingegangenen Kooperation. Auf Grundlage der Idee einer Smart City hat er mit seinem Start-up mittels einer extra entwickelten Software und mit Hilfe von Sensoren, die den Füllstand von Abfallbehältern messen können, die Routen der Müllabfuhr optimiert. Wichtig sei es, als Start-up die Dinge möglichst einfach zu halten und sich von Bedenkenträgern nicht einschüchtern zu lassen, dann habe man auch Erfolg. In Stuttgart habe inzwischen jeder Glascontainer einen solchen Sensor und die Abfall-Laster orientierten sich auch an den vorgegebenen Routen, so Baltsios zum Erfolg. Im Anschluss bekamen neun verschiedene Start-ups aus der Region die Gelegenheit, sich selbst und die von ihnen entwickelten Produkte und Ideen in jeweils zehn Minuten vorzustellen. Die Palette reichte von „Seilrobotern und 3D Druck“ über Innovationen im Bereich der Wasseraufbereitung bis hin zu einem so genannten Exoskelett, das die Bein- und Rückenmuskulatur beim Heben von großen Lasten unterstützt- um nur einige Beispiele zu nennen. An Stehtischen kamen die Teilnehmer am Ende ins Gespräch miteinander.

 

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