Zweiter Student aus der Partnerstadt forscht am Campus Schwarzwald

15.06.2026

Zweiter Student aus der Partnerstadt forscht am Campus Schwarzwald

Der Austausch zwischen dem Campus Schwarzwald in Freudenstadt und der Ingenieursschule ESILV in der französischen Partnerstadt Courbevoie geht weiter. Aktuell forscht und tüftelt Jathusan Satheeskumar im Schwarzwald an einem System für einen selbstlernenden Roboter. 

Plopp, daneben, umgefallen. Zwar hat der mechanische Greifarm das Reagenzglas-Röhrchen gefunden und angehoben. Allerdings steht es nicht senkrecht in der vorgesehenen Halterung. Noch nicht. Der 22-jährige Student an der ESILV – das Kürzel steht für Ecole Supérieure D’ingénieurs Léonard De Vinci – hat auch bis Mitte September Zeit, seinem Testroboter beizubringen, wie er selbst lernen kann. Sein großes Thema ist der Einsatz von künstlicher Intelligenz. 

„Vision-Language-Action“-Modell heißt das Prinzip. Ziel ist es, einen Roboter künftig nicht mehr zu programmieren, sondern ihm die Aufgabe gewissermaßen zu zeigen. Mittels Künstlicher Intelligenz soll er die Aufgabe selbst erfassen, Schwierigkeiten erkennen – und alleine lösen. Klingt komplex, ist es auch, sagt Christof Schillinger vom Campus Schwarzwald. Er betreut den Gaststudenten aus der Partnerstadt. Die Lösung wäre für die Industrie ein gewaltiger Fortschritt. Es würde viel Zeit sparen, wenn man einen Roboter künftig nicht mehr aufwendig mit zahllosen Daten füttern müsste. Außerdem wäre er auch im Einsatz viel effizienter. Denn ein herkömmlicher Roboter arbeitet zwar absolut präzise – allerdings nur, solange alles ins programmierte Schema passt. 

Oberbürgermeister Adrian Sonder ließ sich am Mittwoch von Jathusan Satheeskumar erklären, worum es bei der Aufgabe geht. Außerdem war es ihm ein Anliegen, den Gast aus der Partnerstadt willkommen zu heißen. „Die engen Verbindungen zwischen Courbevoie und Freudenstadt sind uns sehr wichtig“, so Sonder. Die Unterschiede zwischen beiden Städten sind groß. Während in Courbevoie, das direkt ans Stadtzentrum von Paris angrenzt, Hochhäuser die Silhouette dominieren, wachsen in Freudenstadt im Schwarzwald vor allem viele Bäume in den Himmel. Der Größenunterschied der Städte solle ihn jedoch nicht irritieren: „In der Stadt und Region Freudenstadt gibt es viele Unternehmen, die auf ihrem Gebiet Weltmarktführer sind.“ Satheeskumar, der in Sri Lanka geboren wurde und mit seiner Familie im Alter von sieben Jahren nach Frankreich auswanderte, fühlt sich hier offenbar wohl: „Die Menschen hier sind sehr freundlich“, sagt er. 

Campus-Geschäftsführer Stefan Bogenrieder freut sich über die Zusammenarbeit mit der ESILV. Jathusan Satheeskumar ist der zweite Student, der für ein halbes Jahr in den Schwarzwald kommt. Wie sein Vorgänger wohnt er bei Stadtrat Friedrich Wolf in Dietersweiler. Sein Forschungsthema passe gut in die Zeit: „Diese Technologie wird für den Maschinenbau in Zukunft sehr wichtig sein. Im Moment sind wir von praxisnahen Lösungen noch weit weg. Aber in vielen Ländern wird daran gearbeitet.“ Daher sei er froh, dass Satheeskumar am Campus daran arbeitet. Überhaupt scheint der Campus internationaler zu werden: In der großen Laborhalle gleich nebenan kann der OB bei dieser Gelegenheit eine große Studentengruppe aus den USA willkommen heißen, die derzeit zu Gast im Ländle ist: „Stuttgart ist auch schön. Aber der Name Freudenstadt sollte in Erinnerung bleiben.“